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Ersetzen Maschinen bald den Menschen? Der Wert der Kreativität

Veröffentlicht am 22. Februar 2018 von Silvia Armiento

Kreativität auf Knopfdruck?

Warum Maschinen den Menschen nicht in allen Bereichen ablösen können

60 % der aktuellen Jobs können bis in zwei Jahrzehnten von Maschinen erledigt werden. Künstliche Intelligenz kann heute schon Informationen schneller auswerten – und in naher Zukunft wohl in vielen Fällen bessere Entscheidungen treffen als der Mensch. Derartige Aussagen kursieren überall in Fachmagazinen, TV-Sendungen und im Netz. Ganze Bücher widmen sich der Frage, inwieweit menschliche Arbeit digital ersetzbar ist. Geht es nach vielen Experten, werden Maschinen künftig Musik komponieren, Romane schreiben, Autos lenken und das Sekretariat übernehmen.

Menschen müssen also mit dem Mitbewerber Maschine auch in den bis dato vermeintlich geschützten Berufen der Creative Industries rechnen. Doch macht ein derartiger Wettbewerb Sinn oder werden hier Äpfel mit Birnen verglichen? Wo liegt sie denn, die Grenze der Maschine? Gibt es eine?

Von Wattleistungen und Geistesblitzen

Wieviel ist geistige Arbeit eigentlich wert? Die Arbeit mit dem Kopf, das Denken bzw. Überlegen, kostet physikalisch betrachtet nicht viel Kraftaufwand. Das menschliche Gehirn arbeitet durchschnittlich mit 20W und die Grenzkosten für einige Stunden Denkarbeit tendieren gegen Null. Doch wir alle kennen die Situation, in der ein Geistesblick Licht ins Dunkel bringt und ein Problem löst. Solche zündenden Ideen sind fundamentale Assets für ein Unternehmen! Ihr eigentlicher Wert ist jedoch schwer schätzbar.

Eine Welt der Maschinen und künstlicher Intelligenz wäre vermutlich auch eine Welt ohne Geistesblitze. Mag uns das Unvorhersehbare auch manchmal als Last erscheinen, so sind es dennoch diese kreativen Erleuchtungen, die – auch in der Wirtschaftswelt – die Spreu vom Weizen trennen und Top-Leistung erst möglich machen. Maschinen haben keine genialen Einfälle. Technologie kann Zukunft ermöglichen, sie aber nicht denken. 

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Maschinen verstehen nicht

Geistige Leistung unterscheidet sich von maschineller Leistung in einem weiteren wesentlichen Punkt: Texte, Grafik, Fotografie – alle kreativen Arbeiten werden erst durch Empathie erfolgreich. Und das bedeutet: Es geht in der Kreativ-Branche häufig darum, ein Unternehmen, einen Menschen, eine Zielgruppe in ihrem Wesen zu verstehen und ihre Sehnsüchte und Bedürfnisse zu begreifen, um den idealen, passenden kreativen Output liefern zu können! Die visuelle Interpretation eines Unternehmens, die Entwicklung einer Markenidentität, die taktische Auswahl von verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen können also nicht so einfach an Maschinen delegiert werden, fußt deren maschinelle Rechenleistung doch immer auf klarer, rationaler Logik. Die Gefühle des Menschen machen ihn in gewissen Branchen schlichtweg unersetzbar.

Kreativität Maschinenarbeit Creative Industries

Silvia Armiento

About Silvia Armiento

Silvia Armiento ist seit 2014 verantwortlich für das strategische Marketing und die Kommunikation für das Unternehmen Longo AG. Sie hatte schon immer eine Leidenschaft für Bücher, Print und neue Medien und hat es geschafft, Arbeit und persönliche Interessen zu einer einzigen Funktion zu kombinieren.