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Mass Customization: Individuelle Ware für die Masse

Veröffentlicht am 8. Februar 2018 von Silvia Armiento

Individualisierung von der Stange?

Sich selbst aus der Masse hervorzuheben, die eigene Individualität zu unterstreichen, scheint in der heutigen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung zu gewinnen. Wohl genau aus diesem Grund liegen personalisierte Produkte derzeit voll im Trend: Man will sich nicht länger mit Stangenware begnügen, sondern seine ganz persönlichen Vorlieben befriedigt wissen. Ganz egal, ob dieser Ausdruck von Persönlichkeit ein paar Euro mehr kostet oder der Zeitaufwand für die Recherche und Beschaffung des Produkts den Warenwert um ein Vielfaches übertrifft. Der Warenwert ist eben nicht nur auf das Dingliche reduziert.


Stangenware maßgeschneidert?

Mass Customization bietet die Möglichkeit, industrielle Produktion und individualisierte Produkt-Kreation zu koppeln – einzigartige Produkte für die Masse! Das klingt nach einem Widerspruch per se, stellt Regeln auf den Kopf, die über Jahrzehnte die Güterproduktion gekennzeichnet haben: Entweder man betreibt Massenproduktion, mit Skaleneffekten, hoher Automatisierung und kleinen Preisen für den Kunden. Oder man fertigt individuelle Produkte mit hohen Kosten. Kann das plötzlich gleichzeitig funktionieren? Ja! Neue Technologien, die Digitalisierung, das Internet haben es möglich gemacht. Der Kunde wird zum Co-Maker und gestaltet sein Wunschprodukt mit ein paar Klicks selbst – das ist Mass Customization!

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Individualisierung als Diktat der Zeit 

Die E-Business-Technologien erlauben es, verschiedene komplexe Arbeitsprozesse, die üblicherweise in der Spezialanfertigung anfallen, zu automatisieren. Aufgrund technologischer Innovationen im Bereich der 3D-Print-Lösungen, Renderings und der Mechatronik können völlig neue Produktionsanlagen konstruiert werden. Branchenkenner schätzen die Zahl der deutschen Anbieter für personalisierte Produkte auf etwas mehr als 400. Bekannte darunter sind Mymuesli, Spreadshirt und PosterXXL. Aber auch internationale Giganten wie Adidas, Nike oder Oakley entwickeln ihr Angebot an individualisierbaren Produkten immer weiter. Die Orientierung an den Wünschen der Kunden ist das Diktat der Zeit – und auch die Industrie muss sich dieser Dynamik beugen.

Unterschiede als gemeinsamer Nenner

Wer Kunden individuelle Wünsche erfüllen will, braucht deren Wunschzettel. Bislang galt in der Massenproduktion die Maßgabe: Finde den größten gemeinsamen Nenner, und los geht’s. Ist einen Sommer lang Orange in Mode, trifft man mit dieser Farbe den Geschmack der breiten Masse und kann in hohen Stückzahlen produzieren und verkaufen. Mass Customization funktioniert genau andersherum: Hier gilt es, die größten Unterschiede der Kundengeschmäcker zu finden und daraus Kapital zu schlagen. Denn vielleicht möchten zwar viele Kunden ein T-Shirt in Orange. Doch die einen bevorzugen einen weißen Kragen, die anderen gelbe Nähte, die nächsten einen seidenen Saum. Das gilt nicht nur für die Größen und Farben von T-Shirts, sondern auch für komplexe Designs und technische Fertigkeiten. Stellt sich nur noch die Frage: Wenn Individualität zum Massenphänomen wird, gibt es sie dann überhaupt noch?

Würden Sie gerne das Thema vertiefen? Dann lesen Sie unseren Blog-Beitrag über „My muesli“: Personalisierte Müslidosen bei mymüsli - Longo liefert die Technologie

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Silvia Armiento

About Silvia Armiento

Silvia Armiento ist seit 2014 verantwortlich für das strategische Marketing und die Kommunikation für das Unternehmen Longo AG. Sie hatte schon immer eine Leidenschaft für Bücher, Print und neue Medien und hat es geschafft, Arbeit und persönliche Interessen zu einer einzigen Funktion zu kombinieren.